Ein neuer Ort – und doch vertraut: Einweihungsfeier in Landshausen aus Elternsicht
Vor dem eigentlichen Beginn der Einweihungsfeier lag eine fröhliche Stimmung in der Luft – bei sonnigem Wetter und mit spürbarer Vorfreude auf den Tag. Im Schulhaus und rundherum herrschte schon seit den frühen Morgenstunden reges Treiben: Es wurde vorbereitet, aufgebaut und dekoriert – mit Luftballons, Lampions und vielen liebevollen Details. Absprachen wurden getroffen, letzte Handgriffe erledigt und kurze Gespräche geführt. Schulleitung, Schulverwaltung, Eltern, Lehrer und auch Schüler arbeiteten Hand in Hand. Man konnte diese besondere Mischung aus Konzentration und Vorfreude bei all denen wahrnehmen, die diesen Tag möglich gemacht hatten. Obwohl die Kinder das Gebäude bereits seit Beginn des Schuljahres nutzen, war dies nun der Moment der offiziellen Einweihung – ein bewusstes Innehalten nach Jahren der Vorbereitung.
Der Weg von Zeutern nach Landshausen hat vieles verändert und zugleich neue Möglichkeiten eröffnet. Für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für uns Eltern war dieser Schritt auch mit Herausforderungen verbunden – neue Wege, neue Abläufe und ein veränderter Alltag. Gleichzeitig ist mit dem liebevoll sanierten Schulgebäude ein Ort entstanden, der Bewährtes bewahrt und Raum für Neues schafft. Die Kinder haben nun endlich den Platz, den sie brauchen: zum Lernen, zum Bewegen und zur Entfaltung.
An diesem Tag wurde deutlich, dass es beim Umzug nach Landshausen nicht nur um ein neues Gebäude ging, sondern dass das Wesentliche geblieben ist: das Schulkonzept, die gelebten Werte und der selbstverständliche Umgang auf Augenhöhe, der den Alltag an der Lukas-Schule prägt.
Im offiziellen Teil in der Sporthalle wurde genau das spürbar. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten das musikalische Programm unaufgeregt und mit großer Selbstverständlichkeit, die Reden waren persönlich und wertschätzend. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie viel Unterstützung die Schule von der Gemeinde Kraichtal erfahren durfte. In den vergangenen Jahren sind viel Zeit, Engagement und Herzblut in dieses Schulgebäude geflossen – vom Schulträger, von Schulleitung, Lehrern und Schulverwaltung, von der Bauleitung und den Handwerkern sowie von Eltern und nicht zuletzt von den Schülerinnen und Schülern selbst. Es war ein gemeinsamer Weg, der an diesem Tag sichtbar wurde.
Danach ging es weiter ins Schulhaus und in den Hof unter dem großen alten Nussbaum. Die Fenster zur neuen Unterrichtsküche standen weit offen; von dort aus wurden Essen und Getränke ausgegeben, und durch die offene Fassade ging der Raum beinahe nahtlos nach draußen über. Das Schulhaus zeigte sich als offener und einladender Ort, durch den man schlendern, schauen, verweilen und miteinander ins Gespräch kommen konnte. Es entstand ein lebendiges Miteinander: Gespräche überall, Gäste, Eltern und Familien, Lehrer, Kinder und Interessierte – alles hatte seinen Platz.
Drinnen und draußen gab es vieles zu entdecken: Auf dem Hof lud eine Hüpfburg zum Spielen ein, Stehtische und Sitzgelegenheiten boten Raum zum Verweilen, Geschicklichkeitsstationen wurden ausprobiert, und ein gemeinsames Bild mit bunten Fingerabdrücken wuchs Stück für Stück weiter. Auch im Klassenzimmer der 5. und 6. Klasse machte ein Quiz mit Fotos, Büchern und Relikten die Geschichte Landshausens erlebbar. Popcorn, leckeres Essen und ein vielfältiges Kuchenbuffet in der Aula, das die Eltern organisiert hatten, rundeten das Angebot ab. Lehrer, Eltern und Schüler packten gemeinsam mit an, und man merkte, dass dieser Tag von vielen getragen und gestaltet wurde.
Natürlich ist auch diese Schule kein Ort ohne Herausforderungen. Im Alltag gibt es Themen – bei den Kindern genauso wie bei uns Eltern. Es gibt Ecken und Kanten, Fragen und unterschiedliche Sichtweisen. Doch man bleibt im Gespräch, begegnet sich respektvoll und sucht gemeinsam nach Lösungen. Nicht perfekt, aber ehrlich – und genau das vermittelt Sicherheit.
Was von diesem Tag bleibt, ist ein gutes und ruhiges Gefühl: dass dieser neue Ort den Kindern nun auch räumlich das bietet, was sie brauchen. Und dass die Haltung, die hier gelebt wird – Glaube, Gemeinschaft, Respekt und Verantwortung füreinander – hier ihren Platz gefunden hat.
Autorin: N. Heitlinger